In was für einer Welt arbeiten wir eigentlich?

Unsere Arbeitswelt hat sich verändert – und das nicht erst seit COVID-19. Die COVID-19 Pandemie lässt uns diese Veränderung nur noch deutlicher spüren. Die technischen Möglichkeiten, um unseren Arbeitsalltag flexibler und digitaler zu gestalten, sind schon lange vorhanden. Dennoch wurden viele Unternehmen durch COVID-19 ins kalte Wasser geworfen.


Warum ist das so?


Auch ohne Pandemie leben wir in einer sogenannten VUCA-Welt. Der Begriff VUCA (dt. VUKA) wurde ursprünglich vom amerikanischen Militär genutzt, um das Leben in Krisensituationen zu beschreiben.

VUCA bedeutet jedoch nicht, dass wir in einer ständigen Krise leben. Viel mehr zeigt die Formel auf, welche Herausforderungen in unserer (Arbeits-)Welt zu beachten sind.

Konkret steht VUCA für:


Volatilität/ Volatility Märkte, Preise und auch Menschen verhalten sich sprunghaft. Veränderungen finden überraschend und ohne Vorwarnung statt.


Uncertainty/Unsicherheit Was heute noch gut funktioniert, kann morgen schon obsolet sein. Planung und Vorhersagen werden zunehmend schwerer.


Complexity/ Komplexität Alles hängt irgendwie zusammen. Digitalisierung und Globalisierung führen zu immer komplexeren Verknüpfungen.


Ambiguity/ Ambivalenz Nichts scheint so, wie es wirklich ist. Informationen haben mehrere, teilweise sogar gegensätzliche Bedeutungen.


Wären wir vor einigen Monaten gefragt worden, ob der Verzehr von Wildtieren in Wuhan Auswirkungen auf die Arbeitsweise in Deutschland haben kann, hätten wir dies wahrscheinlich verneint. Doch weil wir in einer VUCA-Welt leben, ist eben auch das möglich.


Falls gerade vor Deinem geistigen Auge dunkle Wolken aufziehen, spürst Du die militärische Note des VUCA-Modells. Die Formel zeichnet ein Bild, in dem wir die Rolle der passiven Reaktionärin/des passiven Reaktionärs spielen und nicht proaktiv tätig sind.


Auch wenn wir mit COVID-19 einen weltweiten VUCA-Härtefall erleben, stehen unsere Chancen gar nicht so schlecht. Beim Wegfall von Büroalltag und Kinderbetreuung hatten wir zwar wenig Handlungsfreiheit, bei der Art, wie wir auf die neuen Umstände reagieren dafür umso mehr.


Die Antwort auf VUCA lautet: VUCA.


Besser gesagt ein VUCA-Führungsstil. Gewappnet für die VUCA-Welt ist, wer:


Vision/Vision

… eine klare Vision, Mission oder einen Purpose hat und diese(n) für die Mitarbeiter*innen der Organisation erlebbar macht. Bei Simon Sinek ist das „Why“, um das es hier geht, der zentrale Punkt seiner Golden Circle Theorie.


Understanding/Verständnis

… den vollen Kontext versteht und auch für andere Licht ins dunkle bringt. Delegieren allen hilft nicht. Menschen müssen Verständnis haben für das was sie tun, nicht nur fachlich, sondern auch inhaltlich.


Clarity/Klarheit

… den Fokus auf das richtet was zählt und nicht auf das, was schief läuft. Auf was der Fokus gerade gerichtet ist, sollte transparent und in klarer Sprache kommuniziert werden.


Agility/Agilität

… anpassungsfähig ist und bleibt. Agile Arbeitsmethoden helfen Mitarbeiter*innen dabei selbstorganisierter und autonomer zu arbeiten. Agilität beginnt mit dem Willen stetigen Wandel anzunehmen. Resilienz hilft, um agil zu bleiben.


Die bidit hat in ihrer Umfrage „Digitalisierung durch Corona?“ Menschen befragt, die auf Grund von COVID-19 im Home Office arbeiten. Dabei haben sie folgendes herausgefunden:


72% der Teilnehmer*innen gaben an, dass ihre Arbeitgeber*innen gut auf die Umstellung vorbereitet waren, obwohl zuvor kein Home Office angeboten wurde. Bei Teilnehmer*innen, die bereits vor COVID-19 im Home Office gearbeitet haben, lag die Quote sogar bei 85%.


Dieses simple Beispiel zeigt, wie sich proaktives Handeln auswirken kann. Wir können davon ausgehen, dass keines der Unternehmen sich proaktiv auf eine Pandemie vorbereitet hat.


Dennoch waren die Unternehmen, in denen bereits zuvor Home Office angeboten wurde, besser vorbereitet. Sie haben einfach die aktuellen Möglichkeiten genutzt, noch bevor die dringende Notwendigkeit entstanden ist.


Jede Organisation ist von anderen Herausforderungen der VUCA-Welt betroffen. Deswegen gibt es auch kein universell einsetzbares Heilmittel gegen VUCA.


Was jedoch in allen Fällen Linderung verschafft, ist eine vorausschauende Unternehmenskultur, in der alle Akteur*innen offen, mutig und neugierig auf Wandel reagieren.




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